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Ausgewählte Aufgaben und Tätigkeiten in der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen / Region Hannover (VMZ)

1. Durchführung des Verkehrswarndienstes

Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen / Region Hannover (VMZ) ist als Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst in Niedersachsen und als Eingabestelle für die Polizeidirektion Hannover dafür verantwortlich, dass alle eingehenden Verkehrsmeldungen über besondere Gefahrensituationen wie Falschfahrer, Personen, Gegenstände oder Tiere auf der Fahrbahn aber auch allgemeine Meldungen über Unfälle, Staus, Straßensperrungen, Baustellen etc. unverzüglich den Radiosendern zugeleitet werden.

Datenquellen sind u.a. die zuständigen Eingabeplätze in den Polizeidirektionen in Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Göttingen mit Hameln, Oldenburg und Osnabrück mit Wittmund.

Die Meldungen werden bis auf wenige Ausnahmen codiert weitergegeben und können damit von den Rundfunkanstalten nicht nur in den Verkehrsnachrichten verlesen, sondern auch als TMC (Traffic Message Channel) Meldungen in Navigationsgeräte und Radios mit RDS (Radio Data System) eingespeist und für Routenempfehlungen automatisiert gelesen bzw. verarbeitet werden.

Gleichfalls im Verkehrswarndienst werden auch offizielle Meldungen zu Unterrichts- und Schulausfällen sowie Informationen zu Bombenräumungen und Veranstaltungen in Niedersachen herausgegeben und u.a. auf dieser Internetseite veröffentlicht.

2. Steuerung von Streckenbeeinflussungsanlagen

Die Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) auf den Autobahnen:

  • A2 [155 km von Landesgrenze Nordrhein-Westfalen bis Landesgrenze Sachsen-Anhalt]
  • A7 [39 km vom AD Hannover-Nord bis AD Hannover-Süd]
  • Messeschnellweg A37/B3/B6 [AK Hannover-Kirchhorst bis AS Messe-Süd]

werden aus der VMZ überwacht und gesteuert.

SBA dienen dazu, die Leistungsfähigkeit auf den Autobahnen zu erhöhen und den Verkehrsfluss homogener und sicherer zu machen.

Die Anlagen arbeiten im Regelfall im Automatikbetrieb und schalten in Abhängigkeit von Verkehrsdaten (Geschwindigkeit, Verkehrsdichte, Fahrzeugkategorie) oder Umfelddaten (Niederschlag, Sichtweiten) entsprechende streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Bei Verkehrsstörungen und Gefahrenstellen durch z.B. Unfälle, Baustellen, defekten Fahrzeugen etc. wird aus der VMZ in den laufenden Betrieb eingegriffen indem zusätzlich Tempotrichter oder Fahrstreifensperrungen geschaltet werden.

3. Verkehrsmanagement bei Messen und Großveranstaltungen

In Abstimmung mit der Landeshauptstadt Hannover, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Polizei werden die in der VMZ vorhandenen technischen Verkehrslenkungsmöglichkeiten wie die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung auf dem Messeschnellweg zu großen Leitmessen oder die Umlenkung von Verkehrsströmen auf den Autobahnen zur gleichmässigen Auslastung der An- und Abfahrtsrouten genutzt, um die Besucher auf dem aktuell schnellsten Weg zum Veranstaltungsort hin und auch wieder zurück zu führen.
 

4. Einsatz mobiler Anzeigesysteme (DRIP)

Zur Unterstützung von Verkehrslenkungsmaßnahmen bei Großveranstaltungen (Messen, Konzerte, Fußballspiele etc.) oder bei Baustellen in der Region Hannover können bis zu fünf Dynamic Road Information Panels (DRIPs) eingesetzt werden.

Die Systeme sind frei programmierbar, können über Telefonmodem stationär oder mobil geschaltet werden und sind damit nahezu an jedem Standort einsetzbar. Die Energieerzeugung erfolgt im Inselbetrieb innovativ und autark mit Solarmodulen und Windrad.

5. Park+Ride in der Region Hannover

In der Region Hannover kann die Verkehrsmanagementzentrale Nieder­sachsen / Region Hannover (VMZ) den Autoverkehr auf freie Park+Ride-Plätze lenken. In einem vom BMVI geförderten Projekt wurden fünf Park+Ride-Anlagen mit Sensorik zur Erfassung der Belegung ausgestattet. Der Fokus lag zunächst auf der Verkehrslenkung bei überregionalen Großveranstaltungen. Autofahrerinnen und Autofahrer können sich vor Fahrtantritt unter www.vmz-regionhannover.de informieren, ob freie Stellplätze verfügbar sind. Ein frühzeitiger Umstieg von Autofahrenden auf den ÖPNV erspart Parksuchverkehre in der hannoverschen Innenstadt und damit unnötige Schadstoffemissionen.

Die digitalisierten Park+Ride-Anlagen befinden sich an den S-Bahnhöfen

  • Völksen/Eldagsen in Springe
  • Weetzen in Ronnenberg
  • Dedensen/Gümmer in Seelze

und in Hannover an den Stadtbahnhaltestellen

  • Wissenschaftspark Marienwerder
  • Nordhafen.

Digital erfasst werden insgesamt 1.040 Stellplätze.
Es ist geplant, weitere Park+Ride-Anlagen entlang des Hauptverkehrsstraßennetzes mit Sensorik auszurüsten.

6. Netzbeeinflussung mit dynamischen Wegweisungen und integrierten Stauinformationen (dWiSta)

Zur regionalen und überregionalen Verkehrslenkung wurden in der Region Hannover und im Bereich Braunschweig auf den Autobahnen 2, 7 und 39 sowie auf dem Südschnellweg (B3/B6/B65) in Hannover an den folgenden Standorten dWiSta-Tafeln installiert:

  • A2, Fahrtrichtung Berlin
    - vor AS Hannover-Herrenhausen
    - vor AK Hannover-Ost
    - vor AK Braunschweig-Nord
  • A2, Fahrtrichtung Dortmund
    - vor AK Wolfsburg/Königslutter
    - vor AK Hannover-Ost
  • A7, Fahrtrichtung Kassel
    - vor AK Hannover-Ost
  • A39, Fahrtrichtung Braunschweig
    - vor AK Wolfsburg/Königslutter
  • B3/B6/B65, Stadtgebiet Hannover, Fahrtrichtung Ricklingen
    - vor Ausfahrt Hildesheimer Straße.

Auf den frei programmierbaren, digitalen Anzeigen können zur Beeinflussung der Verkehrsströme auf dem Fernstraßennetz im Raum Hannover und Braunschweig Stauinformationen und Umleitungsempfehlungen dem Autofahrer direkt mitgeteilt werden.

7. Autobahn des Bundes GmbH

Im Rahmen einer kooperativen Zusammenarbeit nehmen die Mitarbeitenden der Niedersächsichen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bzw. seit dem 01.01.2021 der Verkehrs- und Tunnelzentrale der 'Die Autobahn' zur Nachtzeit, an Wochenenden und Feiertagen die Aufgaben des Verkehrswarndienstes / der Landesmeldestelle wahr.